Riot Games stimmt der Zahlung von 100 Millionen Dollar in einem Rechtsstreit wegen Geschlechterdiskriminierung zu

by Michael
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Riot Games erreicht einen Vergleich in der 2018 eingereichten Klage wegen Geschlechterdiskriminierung und stimmt der Zahlung von insgesamt 100 Millionen US-Dollar zu.

Im Jahr 2018 wurde eine Klage wegen Geschlechterdiskriminierung gegen Riot Games eingereicht, was vielleicht der Beginn einer branchenweiten Bewegung war, die jahrzehntelanges Fehlverhalten und Belästigung am Arbeitsplatz bei Studios wie Activision Blizzard und Ubisoft ans Licht brachte.

Am 7. Januar wurde eine separate Klage wegen Belästigung und Diskriminierung gegen Riot Games eingereicht, in der Nicolas Laurent, der Chief Executive Officer des Unternehmens, angeklagt wurde. In der Klage, die von einer ehemaligen Assistentin der Geschäftsführung eingereicht wurde, wird behauptet, dass der CEO von Riot neben allgemeinem Fehlverhalten auch unangemessene sexuelle Annäherungsversuche gegenüber der Klägerin gemacht hat. Nachdem eine Untersuchung durch eine von Riot Games beauftragte Drittpartei keine Beweise für ein Fehlverhalten gefunden hatte, blieb Nicolas Laurent fest in seiner Position bei der Firma verankert.
Heute wurde die Klage aus dem Jahr 2018 endlich beigelegt, und zwar in Form einer Auszahlung von 100 Millionen US-Dollar an die Anwälte und die anspruchsberechtigten Opfer der Diskriminierungsklage. Von den 2.300 anspruchsberechtigten ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern von Riot Games erhalten diejenigen, die schon länger im Unternehmen tätig sind, einen größeren Teil der Mittel aus dem Vergleich, wobei 20 Millionen Dollar der Gesamtsumme für die Anwaltskosten der Kläger verwendet werden.

Ursprünglich hatte Riot Games zugestimmt, die Klage 2019 für 10 Millionen Dollar beizulegen, aber die Vereinbarung wurde durch die Intervention des kalifornischen Ministeriums für faire Beschäftigung und Wohnungswesen blockiert, das argumentierte, dass die Opfer von Riot Games Anspruch auf bis zu 400 Millionen Dollar haben sollten.

Der vielleicht interessanteste Aspekt des Vergleichs liegt nicht in der Auszahlung von 100 Millionen Dollar, sondern darin, dass Riot Games sich zu bestimmten Reformen der Arbeitsplatzpolitik bereit erklärt hat. Diese Reformen beinhalten vor allem eine größere Transparenz bei den Gehältern von Bewerbern sowie die Zustimmung, dass Riot Games drei Jahre lang von einer dritten Partei überwacht wird. Diese Partei müsste sowohl von Riot Games als auch vom Ministerium für faire Beschäftigung und Wohnungswesen genehmigt werden und hätte die Aufgabe, Personalbeschwerden zu überwachen und dafür zu sorgen, dass sie ordnungsgemäß bearbeitet werden und dass die Mitarbeiter des Unternehmens, unabhängig von ihrem Geschlecht, fair bezahlt werden.

Für den Fall, dass die dritte Partei weiteres Fehlverhalten von Riot Games oder Unzulänglichkeiten bei den Bemühungen um eine Verbesserung der Arbeitsplatzkultur feststellt, würde die Partei dem Unternehmen in ihrer beratenden Funktion Vorschläge unterbreiten, wobei der Richter, der den Fall leitet, befugt wäre, die vorgeschlagenen Änderungen gegebenenfalls durchzusetzen.

Mit dem großen Erfolg von Netflix‘ Arcane-Adaption, die League of Legends neue Aufmerksamkeit verschafft, scheint die kommerzielle Zukunft von Riot Games vielversprechend. Es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen die Fehler seiner beunruhigenden Vergangenheit ablegt und sich zu einem aufrechten Unternehmen in der Spieleindustrie entwickelt.

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